Aufsuchende Familienbegleitung

Abgeschlossenes Projekt (Oktober 2008 bis Oktober 2011)

 

Was ist Aufsuchende Familienbegleitung (AFB)?

Die Beziehungs- und Familienformen sind im Wandel. Markant erhöhte Anforderungen in Berufs- und Alltagsleben können Familien und Paarbeziehungen in verschiedenen Lebensbereichen stark strapazieren. Forderungen und Erwartungen können so zu Überforderungen führen. Die vielfältigen Probleme können oftmals ohne Hilfe von aussen nicht mehr gelöst werden.

Die AFB wird dort tätig, wo Familien vorübergehend oder dauerhaft in belastenden Situationen sind und eine angemessene Betreuung und Förderung der Kinder/Jugendlichen nicht mehr gewährleistet ist. Mit einem systemischen Ansatz sollen Paare/ Einzelpersonen in Gruppen ausserhalb des Alltags an den Problemen mit Hilfe von Therapeuten arbeiten. Die Ergebnisse und Verhaltensänderungen sollen im Alltag - begleitet durch Fachpersonen - ergänzt und trainiert werden.

Indikationen

  • Erziehungsschwierigkeiten
  • Die Entwicklung der Kinder ist gefährdet (fehlende Strukturen, Verwahrlosungstendenzen, Delinquenz etc.)
  • Akute oder vermutete Gefährdung des Kindswohls
  • Überforderung im Haushalt, der Kindererziehung
  • Schulverweigerung
  • Erkrankung eines Elternteils
  • Erschwerte Lebensumstände (Sucht, Krankheit, mangelnde Integration)
  • Arbeitslosigkeit
  • Alleinerziehende in Überforderungssituation
  • und andere

Aufgabenbereiche der Aufsuchenden Familienbegleitung

  • Begleiten, beraten, vermitteln und informieren im Familienalltag
  • Besprechen von Konfliktsituationen und erarbeiten von Lösungen
  • Entwicklung eines geregelten Tages- und Wochenablaufes
  • Praktische Unterstützung bei Sachproblemen (Wohnungssuche, Arbeitssuche)
  • Anleitung zur selbständigen Bewältigung von Lebenssituationen
  • Mithilfe beim Aufbau eines tragfähigen sozialen Umfeldes
  • Hilfe beim Kontakt mit Behörden, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, ÄrztInnen, PsychologInnen, etc.
  • Stärkung des Vertrauens der Familie in ihre vorhandenen Kräfte und Fähigkeiten

Die aufsuchende Familienbegleitung des Vereins Erziehung und Bildung erfolgt durch qualifiziertes Fachpersonal und findet im unmittelbaren Alltag der Familie statt. Sie basiert auf dem systemisch/lösungsorientierten Ansatz.

Wird die AFB mit einer Gruppentherapie kombiniert, ist die gegenseitige Kooperation ausdrücklich erwünscht. Die in der Gruppentherapie erarbeiteten Erkenntnisse sollen im Alltag erprobt und trainiert werden. Diese Erfahrungen sollen dann in die Gruppentherapie zurückfliessen und so wiederum den Gruppentherapieprozess stützen.

Die Familien sollen gezielt mittels Training ihre Verhaltenänderung schulen und ihr Problem angehen. Der Verein Erziehung und Bildung stellt der Familie einen Coach zur Verfügung.

Wer kann die AFB in Anspruch nehmen?

Die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der AFB erfolgt über die Sozialen Dienste der Wohngemeinde im Kanton Aargau. Diese klären ab, ob ein Einsatz der AFB indiziert ist. Bei Indikation werden die Kosten der AFB in den Pilotgemeinden durch den Kantonalen Sozialdienst abgedeckt. In den andern Gemeinden erfolgt ein Antrag auf eine Kostengutsprache des zuständigen Sozialdienstes oder einer anderen möglichen Stelle.

Pilotgemeinden sind: Baden, Brugg, Neuenhof, Obersiggenthal, Spreitenbach, Wettingen

Eltern, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen, LehrerInnen, KindergärtnerInnen, die für Kinder bzw. Familien das Angebot der Sozialpädagogischen Familienbegleitung nützen möchten, nehmen mit dem Sozialen Dienst der Wohngemeinde im Kanton Aargau Kontakt auf oder direkt mit der Aufsuchenden Familienbegleitung des Vereins Erziehung und Bildung, 5000 Aarau, Frau Alice Liechti-Wagner, Tel. 062 823 38 99 oder per Email This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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